Das bin ich

 

 

Hallo!

 

Mein Name ist Gian-Luca.

Ich bin am 7.Juni 2001 in Berlin im Campus-Virchow-Klinikum scheinbar

als gesunder Junge geboren worden.Ich war ganze 54cm groß und 3160gr.

schwer.

Ich wuchs, entwickelte mich die ersten Wochen gut und mir ging es rundum

prächtig.

Als ich 6 Wochen alt war und schon tagelang 40 Grad Fieber hatte, mußte

ich das erste Mal für 2 Wochen ins Krankenhaus. Ich hatte einen

Harnwegsinfekt, wobei sich herausstellte, dass es sich um einen Reflux I° (

Rückfluß  von der Harnblase über den Harnleiter in die Niere) handelte. Ich

mußte daraufhin 2 Jahre ein Dauerantibiotika bekommen, um einen

weiteren Harnwegsinfekt vorzubeugen. Alle halbe Jahre mußte ich mich

einer sehr schmerzhaften Untersuchung (MCU) unterziehen, um zu prüfen

wie weit der Rückfluss noch geht.

Glücklicherweise gab es harnwegstechnisch keine weiteren Probleme.

 Ab 6 Monaten war ich eigentlich immer angeschlagen- ich hatte eine

Bronchitis nach der anderen und immer mit hohem Fieber, immer

wiederkehrenden Schnpfen, Mittelohrenentzündungen und Durchfälle.

Hinzu kam dann PseudoKrupp.

2002

Mit 15 Monaten konnte ich endlich frei laufen- aber mit dem Quatschen hatte

ich es nicht so. Ein paar Wörter sind mir schon über die Lippen gekommen,

aber nicht wirklich viele.

 Als ich 1,5 Jahre alt war, wurde dann vermutet, dass mit mir etwas nicht

stimmt.Verdächtig waren den Ärzten meine Wachstumsstörung, mein zu

großer Bauch und auch mein zu groß erscheinender Kopf- welcher auf einem

zu kurzem Hals aufsitzt. Auch war meine große Zunge, die bei dem ständig

geöffnetem Mund zu sehen war, ein Anhaltspunkt, dass ich an einer seltenen

Krankheit leide. Die Test´s fingen an und es verging einige Zeit bis zur

endgültigen Diagnose. Mit 2 Jahren habe ich erfahren, dass ich an einer

angeborenen lebensbedrohenden Stoffwechselerkrankung, der

MUKOPOLYSACCHARIDOSE TYP II (Morbus Hunter) leide. 

Diese Diagnose anzunehmen war sehr schwer, da wir erfahren mussten das

die Krankheit mit viel Schmerzen daher geht und die Lebenserwartung sehr

limitiert ist. Die Patienten erreichen nur selten die Pubertät.

2003

 

 

2004

Gian-Luca ist hyperaktiv. Als er anfing mobil zu werden haben wir alle

Räume in denen Gefahr lauert, vergittert bzw. komplett verschlossen und

Schranktüren wurden mit Schlösser versehen. Nach oben geht eine Treppe,

ebenfalls mit selbstgebautem Holzgitter- einem Gartentor.

Unser Wohnzimmer ist für ihn zugänglich wo tagsüber das Spielzeug-Chaos

herrscht und das darf es auch. Wer das nicht begreift, braucht gar nicht erst

hier auftauchen.


Bücher sind alle ausgeräumt und höher gelagert. Schränke sind unten

leergeräumt, inzwischen sind auch die Stühle vom Esstisch verschwunden-

jetzt gibt es nur noch eine selbstgebaute (in der Wand verankerte) Sitzbank. Man kann den kleinen Mann keine Minute aus dem Auge lassen. Immer wieder das gleiche Spiel: Spielkiste ausgeräumt - eingeräumt - ausgekippt...

Tür auf - Tür zu ( aber bitte mit richtig Wums hinter)...

Rollladen hoch - und wieder runter...

Ein gezieltes Spielen gibt es nicht.


 

Besucher werden darüber informiert, dass sie ihre Getränke bitte dringend

in der Hand behalten müssen und Nahrung am besten im Stehen 

einnehmen. Gian-Luca ist auch ein super Weit- Hochwerfer; wir müßten für

ihn direkt mal eine neue Sportart einführen: Flaschenweitwurf mit

Höchstgeschwindigkeit.Man stellt sich darauf ein: nichts liegen lassen,

Gitter schliessen, Türen verriegeln....Wenn man doch mal etwas von

alledem vergessen hat und es läuft etwas schief- bis 21 zählen und 

Prioritäten überdenken....


Zu Hause bleiben wir meistens gelassen. Wischen ausgekippten Tee,

zerrissene Zeitungen oder andere Dinge die zu Bruch gegangen sind

kommentarlos weg und versuchen das Chaos einzudämmen.

 

Haben schon in Katalogen nach Krakenarmen geschaut- gibt´s aber leider

nicht! Wie schade!

 

2006

Dann, im Februar, ging es mir wieder einmal sehr schlecht. Ich fühlte mich

schon seit Tagen sehr krank, bekam Mundsoor, hatte keinen Appetit und

trank sehr viel! Meine Eltern dachten es liegt an dem Soor oder das ich 

wieder mal einen Infekt habe. Wovon auch die Kinderärzin ausging. Aber

als ich in der Nacht ca. 30 Flaschen Tee getrunken und ungefähr 8 kg

abgenommen habe (innerhalb von 6 Stunden) sind wir dann ins

Krankenhaus gefahren. Dort wurde sofort Blut abgenommen und es wurde

ein Blutzuckerwert von 944 mg/dl (Normal 80-140)gemessen!  Diagnose

stand schnell fest: Diabetes Mellitus Typ 1 mit schwerer Ketazidose

(Stoffwechselentgleisung mit Übersäuerung des Blutes) ! Und ich stand kurz vor 

einem diabetischem Koma!!! Also Intensivstation und hoffen das alles gut

geht.

Nach 14 Tagen hoffen und bangen wurde ich entlassen und muss seitdem

mindestens 5 mal täglich Insulin gespritzt bekommen.

 

Der Blutzucker ist bei mir nicht einstellbar und meine Eltern müssen bei mir

stündlich Tag und Nacht Blutzucker messen! 

2007

Wir haben von der Enzymersatztherpie (EET) erfahren, welche leider noch nicht in

Deutschland zugelassen ist. Bei dieser Therapie bekommt der Erkrankte  ein künstlichen

Enzym, welches körpereigens nicht produziert wird, per Infusion über mehrere Stunden

im Krankenhaus verabreicht. Wir mussten uns wieder durch den Bürokratendschungel

wegen der Kostenübernahme zum Import kämpfen. Erfolgreich!!! 

 

Nun muss auch unser Luci jeden Freitag über viele Stunden (6-8) im

Krankenhaus sich einer  Infusion (Enzymersatztherapie) unterziehen, die

oftmals mit allergischen Reaktionen einhergeht. Aber es ist die einzigste

medikamentelle schulmedizinische Möglichkeit die wir haben, den

Krankheitheitsverlauf eventuell zu verlangsamen. Eine Heilung gibt es

dadurch aber nicht.

 

Luci´s Füße sind  vom Nagel- und Fußpilz befallen. Seine Fußpflege ist sehr

zeitintensiv und durch seine Kitzeligkeit nicht immer einfach. Wenn man die

Zehnägel aufrauhen muss ( um einen medizinischen  Pilz-Killer-Lack

aufzutragen) , da lacht er sich schlapp und zieht immer weg. 

 

Normales handelsübliches Schuhwerk passt leider auch nicht mehr. Der

Schuster wird nun auch auf die Geduldsprobe gestellt. Aber der ist wirklich

ausdauernd und immer nett.

 

2008

Seine Krankheit ist leider unaufhaltsam, aber er ist ein Kämpfer.

 

Durch seine starken Gelenkkontrakturen kann er sich oftmals nur unter

Schmerzen bewegen. Er kann sich nicht mehr den Kopf selber kratzen und 

kann sich nicht alleine anziehen, weil seine Gelenke schon so versteift sind.

Seine Finger sind stark gekrümmt, sodass er keine Feinmotorik hat.

Worüber er sich selbst oftmals ärgert, wenn er z.B. die Gabel nicht selbst

nehmen kann.

Ist er mal schmerzfrei, powert er lange und Verausgabt sich. Er kann seine

Grenzen nicht einschätzen und übernimmt sich dann so, das gar nix mehr

geht.

Schon jetzt kann er nur noch in orthopädischen Schuhen laufen. Wenn wir

das Haus verlassen, ist es immer nötig seinen Rollstuhl mitzunehmen um

ihn darin zu befördern.  

 

2009/ 2010

     

 

 

 

Die Krankheit setzt Gian-Luca sehr zu. Er ist ständig erkältet dadurch wird 

mindestens 3x täglich inhaliert. Durch die Schleimansammlung, welche er

nicht abhusten kann, muß er sich Nachts oft übergeben. Dann muß er

umgezogen, gewaschen werden und das Bett wird komplett neu bezogen. Er

 leidet oft an Durchfällen, welche die Windeln nicht wirklich stand halten.

Gut das es heutzutage Waschmaschinen gibt!  Zusätzlich hat er vergrößerte

Bauchorgane und weist eine Herzbeteiligung auf. Seine Belastbarkeit ist

dadurch stark beeinträchtigt. Er ist sehr schnell außer Puste und braucht

dann eine lange Erholungspause. Hat er genügend Energie getankt, gehts

dann aber auch wieder richtig zur Sache. Sein geistiger Entwicklungsstand

ist zu vergleichen mit einem Zweijährigem.

 

Einen Tag nach Luci´s Geburtstag hat er die langersehnte Insulinpumpe

bekommen. Er wurde auf ein sogenanntes Continuierliches-Glukose-

Messsystem eingestellt. Nun muß man nicht mehr stündlich den Blutzucker

in seinen stark vernarbten und mittlerweile schmerzempfindlichen Fingern

messen.

Irgendwie haben wir das Gefühl, dass Luci nicht mehr richtig hören kann.

Wieder sämtliche Test, die ohne Narkose möglich waren. Und wieder musste

ein Hilfsmittel mehr entschieden werden....Hörgeräte. Nach und nach

wurden die Hörgeräte fein eingestellt und er kann zumindest wieder

akkustisch mehr am Leben teilnehmen. Es war wieder alles ein Lernprozess.

Wo kommen die Geräusche her, was bedeuten bestimmte

Geräusche.......Aber, Luci spricht seitdem wieder ein paar Wörter mehr. 

2011 (Eintritt der etwas ruhigeren Phase)

Gian-Luca hat permanente Schreiphasen. Man kann ihm nichts recht

machen. Nur noch weinen. Seine lebensfrohe und unbeschwerte Art war wie

weggeblasen. Seine ständigen Schmerzen in der Hüfte und seine

Nackensteife brachten uns fast um den Verstand. 

 

WAS WAR LOS??????????

Medizinisch haben wir alles abklären lassen. Alles soweit im grünen

Bereich. Laut Ärzte ist das der normale Verlauf der Erkrankung.

 

Damit haben wir uns aber nicht zufrieden gegeben. Weiterforschen heißt es

für uns. Alle Medikamente, die Luci bekommt, sind wir

durchgegangen.......Dann, "Risperdal", ein Medikament welches wir seit

2007 in minimaler Dosis zur nächtlichen Beruhigung verabreichen, wies bei

der Internetrecherche auf genau diese Wesensveränderungen und

Schmerzanzeichen hin. SOFORT ABSETZEN heißt es für uns. 

 

Ein Wunder geschah...........Schon in den folgenden Tagen ging es zusehend

besser und nach kurzer Zeit war Luci wieder unser "altes" Kind. HURRAAA

 

2012

 

Eine Bronchitis jagt die andere. Zudem mit starken Hustenanfällen in

Verbindung mit Atemnot. Seine zähe Schleimansammlung kann

eigenständig nicht abgehustet werden. Wir brauchen spezielle Geräte zur

Unterstützung. Angefangen mit dem Vibramat, ein Vibrationsgerät zum

äußerlichen Schleimlösen. Nach vielen Monaten Kampf mit der

Krankenkasse, die den Vibramat nicht als Hilfsmittel anerkannt haben,

aber von den behandelnden Ärzten als dieses verordnet wurde, doch

bekamen. 

Schleimlösung mit Hilfsgerät war nun hervorragend, nur kann Luci den

freigerüttelten Schleim nicht eigenständig rausbringen. Was nun??? Die

nächtlichen Atemnöte waren unerträglich mit Anzusehen. Psychisch haben

wir das kaum noch durchgestanden. Irgendwas muss passieren. Unsere

Angst, er könne jeden Moment ersticken, war erschreckend.

 

Ein mobiles Absauggerät muss her, welches wir in Extremsituationen

einsetzen können. Das haben wir auch prompt erhalten. nun können wir

den festsitzenden Schleim erst lose vibrieren und dann absaugen. Luci

braucht sich nicht mehr zu quälen.

Leider haben wir nun auch noch erfahren müssen, dass Gian-Luca an einer

Hundschuppenallergie sowie hochgradig gegen Milben und Hausstaub

allergisch ist. Also hieß es wieder einmal alles hier umzukrempeln. Alle

Teppiche raus, neues Kopfkissen und Bettdecke, Zimmereinrichtung auf das

Nötigste beschränken............Das komplette Bettzeug wird nun wöchentlich

in der Waschmaschine gereinigt und versucht die Milben auszurotten.

Saugen kann man in Gegenwart von Luci gar nicht mehr, da er extrem

starken Hustenanfall erleidet. Unser Hund darf erstmal noch der treue

Gefährte an Gian-Luca´s Seite bleiben. Man muss nur zusehen, dass nicht zu

viel Fell an seinen Sachen haften bleiben oder in den Mund gelangen. Sollten

sich seine Allergiewerte verschlechtern, dann müssen wir wohl eine schwere

Entscheidung treffen.

 

Luci hat immernoch, soweit er schmerzf rei ist, ganz viel Spaß beim

Fahrradwettfahren gegen seine Schwester. Da kann er mit Yara mithalten-

und das weiß er aber auch und ist so fröhlich und euphorisch bei der Sache.

 

 

2013

 

Das Jahr fängt mal wieder gut an....Schlaflabor. Einen halben aufregenden

Tag und eine Nacht mußte Luci voll verkabelt im Krankenhaus verbringen.

Seine nächtlichen Atemaussetzer müssen abgecheckt werden. Ergebnis der

Untersuchungen: ziehmlich viele Aussetzer die bis zu 37 Sekunden dauern.

Dadurch fällt die Luftröhre zusammen und die Sättigung fällt zwar ab-

bleibt aber gerade noch im Normbereich...Puhhh. Nun müssen wir mal

wieder eine Entscheidung treffen- Operation ( Mandeln, Polypen und

Wucherungen aus der Luftröhre entfernen lassen und hoffen dass es was bringt) oder

Maskenbeatmung??

Nach vielen Arztgesprächen sind wir nun zu dem Schluss gekommen, dass wir es mit der

nächtlichen Maskenbeatmung probieren. Das heißt natürlich aber auch wieder ein

Klinikaufenthalt zur Einstellung: (Mitte April geht´s los..)

Eine bessere chlafqualität mit der unterstützenden Beatmung soll schon sehr gute Erfolge

erzielt haben.  

 

Heute ist Fasching und ich bin als Ketchupflasche mit grün gefärbten Haar unterwegs...Jetzt bin

ich ein richtiger Junge,- meine erste Platzwunde. Eigentlich ein Wunder bei meinem bisherigem

aktiven Tagesabläufen. Kaum zu Hause angekommen, ich raus aus dem Rolli verlor ich auch

schon das Gleichgewicht und knallte mit dem Hinterkopf gegen die Rauputzecke vom

Hauseingang.

Also ab ins Krankenhaus in die Erste Hilfe. Dort begutachtete die Ärztin die Wunde und kam zum

Schluss,- da geht nur kleben, denn zum nähen halte ich nicht still genug. Aber die 7cm lange

Wunde muss geschlossen werden. Das wurde schnell erledigt und dann wieder nach Hause.

 

Im April bekam ich dann die CPaP-Beatmung gegen die im Januar festgestellten nächtlichen

Apnoen. Einige Tage mußte ich mal wieder in der Klinik verbringen, bis alles richtig eingestellt ist.

Nun hab ich nachts eine "tolle" Maske und eine Monitorüberwachung. Wenn ich wieder eine Apnoe

habe soll die CPaP durch den überdruck den sie in meinen Atemwegen erzeugt meine Luftröhre

und Bronchien offen halten. Ich habe nämlich während der Atemaussetzer das Problem das denn

die Luftröhre und oberen Atemwege einfallen und sich zusammenziehen. Da bekomme ich

Erstickungsanfälle wo ich mich nur schwer beruhigen kann.

 

 

Ich freue mich schon riesig auf die Delfintherapie und bin gespannt, was oder ob es mir überhaupt

was bringt..

 

Nach der Delfintherapie:

Ich bin noch immer schmerzfrei in den Gelenken und kann mich somit viel besser bewegen- bin

wieder rastlos unterwegs..

Meine Konzentrationsfähigkeit hat sich enorm gesteigert und ich kann mich auch mal wieder etwas

länger mit einer Sache beschäftigen ( Buch anschauen, Holzpuzzeln)..

Labern ist auch mal wieder drinne--mir fallen auf einmal wieder ganz viele Wörter ein, wo meine

Eltern nie gedacht hätten, dass ich sie noch gespeichert habe..

Die Erwartungen wurden übertroffen, was den Delfin- Therapieerfolg angeht.

Mir geht es sehr gut...

 

2014

Wie immer bin ich hin und wieder mit einer Bronchitis zu Hause und meine Erholungsphase dauert

immer länger.

Leider lassen auch so langsam meine , durch die Delfintherapie, wieder dazugewonnenen

Fähigkeiten nach. Es geht wieder rückschrittig....

aber immerhin hatte ich wieder eine tolle Phase miterleben dürfen.

 

Am Morgen des 12.7. hatte ich meinen 1. Epileptischen Anfall. Der dauerte ca 20 min. meine Eltern

haben schon immer damit gerechnet das es irgendwann passiert, denn es gehört zum

Krankheitsbild der Mukopolysaccharidose. Aber das es dann doch plötzlich passiert ist schon ein

Schock.

Meine Eltern riefen den Notarzt, der nach 15 min. eintraf. Dieser packte mich sofort ein und ab in

die Klinik. Dort wurde ich untersucht. Der Anfall wa aber nun zwischenzeitlich vorbei und mir ging

es wieder besser. Ich war zwar fix und fertig aber wollte gleich wieder nach Hause. Nach einigen

Stunden Überwachung ging es dann auch wieder Heim.

Alles in allem brauchte ich 2 Wochen um mich vom 1. Krampfanfall zu erholen. Ich war lange

schwach und konnte nur schlecht laufen. An Sprechen war erst gar nicht zu denken.

 

Ende Juli hatte ich meine erste Lungenentzündung und meine Eltern bangten ganz schön um mein

Leben. Ich habe- wie immer- gekämpft.

Ich muss doch bis zu meiner geplanten OP Ende September wieder fit sein. Bis dahin hatte ich es

soweit auch wieder geschafft.

 

 

Anfang September der nächste Schock....um Mitternacht ....das Bett vibrierte und wackelte, als

meine Eltern den nächten Krampfanfall bei mir bemerkten. Notfallmedikamente wurden mir sofort

verabreicht. Nach ca. 20 Minuten war ich aus diesem Anfall raus und ich habe wieder geschlafen.

Meine Eltern atmeten auf...Um 1 Uhr das gleiche Spiel nochmal. Ich hatte wieder einen Anfall.

Wieder Notfallmedikamentengabe....ich kam aber aus dem Krampf nicht raus. Also Notarzt gerufen

und wieder ab in die Klinik. Nach ca. 30 Minuten kam ich wieder langsam zu mir. Bis halb 6 wurde

ich dann auf der Rettungsstelle überwacht. Als alles soweit wieder im grünen Bereich war, durfte

ich dann endlich nach Hause. Ich schlief sofort in meinem Bettchen wieder ein. Ich bekam den 3.

epileptischen Anfall in dieser Nacht. Wieder krampflösende Medikamente....es dauerte diesmal

"nur" 15 Minuten und schlief dann total geschafft in den Armen meiner Mutter ein. Seitdem

bekomme ich ein Dauermedikament, welches die Krampfanfälle verhindern soll....

Für mich hoffe ich, dass wir so schnell diese Situation nicht wieder miterleben müssen, denn

meine Erholungsphase nach so einem Krampf dauerte schon so anderthalb Wochen, bis ich

wieder alleine Sitzen, ein paar Schritte laufen kann und mich allgemein davon erholen konnte.

Für meine Eltern ist so eine Situation eine enorme psychische Belastung...das Leiden in so einem

Krampfanfall mit anzusehen-nicht helfen zu können und einfach nur abwarten bis alles vorbei

ist...Ist der Wahnsinn...

     

 

Im September stand eine grosse Operation an. Bei mir sollte ein MRT gemacht werden, weil der

Verdacht auf Hirndruck bestand. Ausserdem sollte ich eine PEG-Anlage(Magensonde)

bekommen, weil ich seit einiger Zeit schlecht trinken kann und Medikamente schlucken fällt

mir auch nicht mehr leicht!


 Im Zuge der OP sollte auch noch ein Port gelegt werden, weil ich diesen dringend für die

wöchentliche Enzymersatztherapie brauche da meine Venen nicht mehr gut zu finden und

anzustechen sind.

Am 25.9. war es dann soweit. Ich bin morgens um 7.30 Uhr in den OP. Wo sofort die Narkose

eingeleitet wurde. Ich reagierte sehr gut auf die Narkosemittel, eigentlich zu gut. Ich hörte

sofort auf zu atmen. Worauf für den Anästhesisten höchste Eile geboten war die Intubation zu

legen, was aber nicht sofort funktionierte. Aber sie hatten ja einen Plan B vorbereitet mit

speziellen Intubatoren, was dann aber gut funktionierte. Dann hatte alles weitere gut geklappt.

  Nach 6 Stunden wurde die Narkose ausgeleitet. Ich musste noch für ein paar Stunden auf die

Intensivstation weil ich noch Sauerstoff brauchte. Aber Abends wurde ich dann auf die

Halbintensivstation verlegt.

Alles in allem war die Endscheidung gut das Risiko einer OP aufzunehmen, ich bekomme jetzt

wieder ausreichend Flüssigkeit und meine Medikamente vollständig über die neue

Magensonde.

Der Port funktioniert auch super. Die Enzymtherapie verläuft seitdem viel besser und der

Zugang ist schnell und problemlos gelegt.

Der vermutete Hirndruck konnte sich durch das MRT-Ergebnis zu Glück nicht bestätigen.

 

 

2015

Ich habe jetzt das Teenager-Alter erreicht und möchte gerne in den "Club der Erwachsenen" offiziell

aufgenommen werden.

Meine Eltern haben mich bei Jugendweihe Berlin-Brandenburg e.V. angemeldet.

​Am 02.05.2015 war es dann soweit.

Eine super schöne Veranstaltung, klasse Programm und viele ​junge Mädchen und Jungen haben mit

mir den neuen Lebensabschnitt​ begonnen.

Danke für meinen super tollen Tag!

 

 

Im Sommer war es dann soweit, meine Mama und Papa heiraten endlich nach fast 20 Jahren.

Die Hochzeit wurde im Garten des Kinderhospizes Sternenbrücke in Hamburg vollzogen.

Es war so schön gewesen, ich war an diesem Tag so aufgeregt. Viele Freunde waren gekommen

um an diesem schönen Tag dabei zu sein. Mir ging es so super an diesem Tag. 

 

Im Herbst ging es mir dann stetig schlechter. Ich schlief Nachts gar nicht mehr, Tagsüber schlief ich nur im sitzen.

Ich hustet fast pausenlos. Wir konnten machen was wir wollten. egal ob stetes inhalieren, austesten von Medikamenten oder ständige Besuche von verschieden Ärzten, es ging mir immer schlechter. Im November waren wir alle so fertig, das Papa in der Sternenbrücke anrief ob wir kommen können. Meine Eltern brauchten dringend eine Pause und wir hofften das sie uns in der Sternenbrücke weiterhelfen können. Denn so ging es nicht weiter.

Wir konnten auch sofort kommen, darüber waren wir alle sehr erleichtert und froh.

Nachdem wir dann im Hospiz angekommen sind wurde ich auch sofort vom dem in der Sternebrücke tätigen Arzt Dr. Sitte untersucht. Und man glaubt es kaum, aber er hatte die Diagnose nach 10 min., wo sämtliche andere Ärzte in Berlin Monatelang nicht drauf gekommen sind. Ich hatte einen Magenreflux. Also einfache Lösung war, Diätplan erstellt und Magentabletten. 2 Tage später war der Husten endlich weg. Ich konnte nun auch wieder Nachts schlafen. Meine Blutzucker der mittlerweile ausser Kontrolle normalisierte sich auch wieder ganz schnell.

Dr. Sitte sagte im nachhinein, das ganze hätte ich keine 2 Wochen mehr durchgestanden. Ich war schon so schwach das mein Körper schon bald aufgegeben hätte. Aber zum Glück haben wir alles richtig gemacht.

Vielen Dank Sternenbrücke und vorallem Dr. Sitte!!!

 

 

 

 

 

 

 

Demnächst weitere Info​´s....

 


nPage.de-Seiten: Düsseldorfer Lesefreunde | Kunst in Acryl